Buchempfehlung: Hans-Joachim Maatz: Corona-Angst. Was mit unserer Psyche geschieht.

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Fühlen Sie sich von einem Virus bedroht? Ist diese Angst real oder nur Einbildung? Quasi ein „Konstrukt“, resultierend aus politisch-medialer Masseneinschüchterung? Es sind Fragen, die wir uns alle (jedenfalls die, die dem betreuten Denken noch mit einem gewissen Restwiderstand trotzen) in den vergangenen Monaten einmal gestellt haben dürften.

So interessiert, wie sie sich an der Bewältigung dieser vermeintlichen Krise für die „Volksgesundheit“ gibt: Die Politik liefert seit Monaten keine nur annähernd zufrieden stellenden Antworten auf die Sorgen ihrer Bürger.

Und die Fragereihe ließe sich fortsetzen:

Warum erdulden so viele Menschen scheinbar jede sinnfreie staatliche Anti-Corona-Maßnahme? Ist es nur Furcht, Unwissenheit, Gehirnwäsche, heuchlerische Anpassung oder bloßes Desinteresse? Was geschieht, wenn individuelle Angst vor dem Virus und zivilreligiöse Massenpanik eine unheilvolleAllianz eingehen? Handelt es sich dabei gar um vergleichbare psychologische Mechanismen, wie wir sie schon bei dem hysterischen Umgang unserer Gesellschaft mit Massenmigration und Klimawandel beobachtet haben?

Sind tatsächlich alle „Corona-Jünger“ psychisch labil und alle „Querdenker“ geistig gesund? Wie kommt es, dass einige sich scheinbar als immun gegenüber Propaganda erweisen? Ist die Opposition gegen die zwangsverordneten Beschränkungen des Lebens und der Freiheit wirklich nur Ergebnis einer rationalen Lagebeurteilung? Welche Rolle spielen mögliche Kindheitstraumata dabei?

Was macht die Maske mit uns? Welche Rolle spielt die Mimik in unserer Kommunikation? Entwickeln wir aus Furcht vor dem Unterschreiten bußgeldbewehrter Distanzregeln eine regelrechte Menschenscheu?

Maatz und seine Co-Autoren können angesichts der Fülle psychologischer Fehlstellungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise nicht jede dieser Fragen erschöpfend und bis ins letzte Detail klären. Gleichwohl bieten sie dem interessierten Laien einen guten Einstieg in die Thematik. Den Autoren gelingt ein jederzeit verständlicher Mittelweg zwischen unverständlichem psychologischen Fachkauderwelsch und zu grob geschnitzter Allerweltsküchenpsychologie.

Es ist ein Buch, das neben einer schonungslosen Analyse von individuellem und Massenverhalten versucht, Verständnis für die jeweilige Gegenseite zu wecken. Und manch einem, der sich dem Protest gegen die überzogenen Coronamaßnahmen der Regierung verschrieben hat, Anregung sein könnte, eigene Motive kritisch zu hinterfragen. Ein Buch für alle Schnappatmer unter der Maske, eine hoffnungsvolle reinigende Brise zum Luftholen, die Staub aufwirbelt, um zu erhellen und ohne zu verwirren.

Eine Kurzrezension von Lars Waldmeister

Hans-Joachim Maatz/Dietmar Czycholl/Aaron B. Czycholl: Corona-Angst. Was mit unserer Psyche geschieht.Berlin: Frank&Timme 2021. 187 S., 16,90 €