Buchempfehlung: Manfred Kleine-Hartlage – Warum ich kein Linker mehr bin

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Der Autor dieses kleinen Buches, von 1981 bis 1996 Mitglied der SPD, bezeichnet sich selbst als ehemaligen überzeugten Linken. Heute schreibt er unter Anderem für die Junge Freiheit. Entsprechend ist er in der Lage, über linkes Denken und die Beweggründe linker Akteure aus erster Hand aufzuklären.

In seinem Psychogramm entlarvt er deren Ideologie als säkularisierte Heilslehre mit utopischem Charakter. Diese charakterisiert er wie folgt:

„Vom linken Standpunkt ist jegliches gesellschaftliche Machtungleichgewicht ein zu kritisierendes Unrecht, das überwunden werden muss. Wenn man als Linker wahrnimmt, dass es Machtungleichgewichte in der Gesellschaft gibt, dann wird dies an der Utopie der Gleichheit gemessen und darin ein „Unrecht“ gegenüber den Ärmeren, Schwächeren und weniger Mächtigen gesehen.“

Auf die Unerfüllbarkeit ihrer Verheißungen einer Welt völliger Gleichheit aller Menschen reagieren die Linken mit Gewalt. Diese richtet sich gegen ihre Kritiker, gegen die, die sie als „privilegiert“ charakterisieren und für die Aufrechterhaltung gefühlter Ungerechtigkeit verantwortlich machen und letztendlich auch gegen sich selbst. – „Das Handeln gegen die eigenen Interessen, also die moderne Form mittelalterlicher Selbstgeißelung ist für einen Linken der Beweis für seine moralische Vortrefflichkeit.“

Ihre Anhänger seien durch das Gefühl moralischer Überlegenheit zum Konformismus verdammt. Dieser entlade sich in der rücksichtslosen Bekämpfung all derer Menschen, Personengruppen oder gesellschaftlicher Strukturen, die von einigen wenigen Meinungsführern als Feind klassifiziert werden.

„Zerstört wird, was nicht zur Utopie passt, und die Linke verschwendet keinen Gedanken daran, was die von ihr aufs Korn genommenen Strukturen womöglich leisten, ob ihre Zerstörung mithin eine gute Idee ist.“

Die aktuelle Masseneinwanderung wird vor diesem Hintergrund zum Kristallisationspunkt der beschriebenen Mechanismen. Neben ihrer offenkundigen Widersprüchlichkeit zu den eigenen Interessen werden auch ökonomische Aspekte gestreift. Treffend legt Kleine-Hartlage dar, wie sich die einstigen Interessenvertreter der Arbeiter von ihren früheren Zielen entfernt haben :

„Der Kampf „gegen Rechts“ – also für Masseneinwanderung – wird von den milliardenschweren Stiftungen der deutschen und internationalen Großkonzerne tatkräftig unterstützt. Anscheinend stellt sich kaum einer der linken „Kämpfer gegen Rechts“, die sich zugleich für stahlharte Kämpfer gegen den Kapitalismus halten, die naheliegende Frage, warum sie wohl so komische Freunde haben.“

„Warum ich kein Linker mehr bin“ erschien 2015 in der Kaplaken-Reihe des Antaios-Verlages und ist dort für 8,50 € zu haben. Der rhetorisch versierte Autor besticht mit seinen klaren, einleuchtenden Analysen und bringt dort Licht ins Dunkel, wo der konservative Betrachter von außen gelegentlich vergeblich versucht, sich auf die Beweggründe einiger Zeitgenossen einen Reim zu machen.