Die Politik, die Metapolitik und die Philosophie II – Die Metapolitik

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Kurz gesagt werden unter der Metapolitk all jene Faktoren verstanden, die bewirken, dass eine Sicht auf die Welt mit einem Gefühl des allgemeinen Konsenses und der Zugehörigkeit zur einzig annehmbaren Seite behaftet wird. Lifestyle, Influencer, Events sind Schlagworte, die in diesem Themenfeld zu verorten sind. Wohl kaum ein junger Grünwähler und AfD-Gegendemogänger wurde durch die Lektüre Hegels oder des „Kapitals“ zu seinem Handeln bewegt, vielmehr durch den „Vibe“, den unreflektierten Konsens, das als Bestärkung empfundene Gruppenzugehörigkeitsgefühl bei einer Studierendenfeier oder einem feucht-fröhlichen Feine-Sahne-Fettfilet-Konzert. Die suggestive Kraft, die Menschen dazu animiert, in den Straßen eine Handvoll Demogänger ohne Kenntnis ihrer Beweggründe zu beleidigen, Bewegungen zu unterstützen, die den eigenen Interessen zuwider laufen oder gar Straftaten zu begehen, lässt sich weder rational wegdiskutieren noch leugnen. Selbstverständlich ließen sich viele weitere Beispiele aus anderen Bereichen finden: In den Neunzigern wurden zahlreiche aufstrebende junge Denker durch den Genuss von Landser und Dosenbier dazu animiert, eine zerstörerische Epoche unserer Geschichte zu glorifizieren. „Liberal-Konservative“ Bildungsbürger wenden sich angeekelt von denjenigen ab, die ihre Werte verteidigen, da diese gegen die (von ihren weltanschaulichen Feinden aufgestellte) Etikette verstoßen. Kinder wollen Markenkleidung tragen, weil Künstler mit lebensfeindlichen Botschaften dazu animieren.

Metapolitk bedient sich der irrationalen Seite des Menschen. Sie weckt Emotionen, verführt, überrumpelt, reißt mit, gebiert Feindbilder und Helden. Von moralischen Bewertungen soll an dieser Stelle Abstand genommen werden. Metapolitik ist überall dort integraler Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenlebens, wo es gilt, Wähler, Anhänger, Gläubige und Konsumenten zu mobilisieren. In Diktaturen, religiösen Kulten, Massendemokratien und beim Kinostart fader Hollywoodfilme. Diesen Umstand auszublenden, verdammt zur Niederlage. Ein System, das derartige Mechanismen nicht beachtet, wäre totalitär und müsste keinerlei Rücksicht auf die Meinung und Zustimmung der Massen legen; eine dystopische Vorstellung.

Das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen, ist Grundvoraussetzung jeder politischen Veränderung, gleich welcher Stoßrichtung. Es zu bespielen, ist Handwerkszeug des revolutionären Kommunisten, des freigeistigen Liberalen, des rechten Traditionalisten.

In dieser Richtung wurden und werden im patriotischen Lager bereits viele Schritte unternommen, um den Resonanzraum für eigene Ideen zu schaffen. Dass dies nur sehr bedingt gelingt, hat zwei Gründe: Den trotz allem geringen Resonanzraum und – weit entscheidender – den Mangel an (neuen und alten) Ideen.