Linke im rechten Diskurs – Zwischen Kulturhegemonie, Straßenterror und Handlangertum Teil 2

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Eine weitere Auffassung sieht die dominante Macht in einem internationalen Geflecht transnationaler Institutionen, der Hochfinanz und den von nationalen Wirtschaften losgelösten Konzernen verkörpert. Ziel dieses globalen Kartells sei es, Dominanz über alle Belange des Lebens auszuüben. Auf dem Weg dahin werden Staaten – die Verkörperung einer kulturellen Identität – als „Konstrukte“ einer von gewalttätigen Auseinandersetzungen geprägten Vorzeit propagandistisch auf allen Ebenen bekämpft, politisch entmachtet und mittels Massenmigration zersetzt. Mit technischen Mitteln wird schrittweise eine möglichst umfassende Überwachung der Kommunikation, der Geldströme, der Informationsflüsse und der Bewegungsmuster der Einwohner realisiert. Um diesen Prozessen zu Akzeptanz bei den Betroffenen zu verhelfen, werden gewaltige propagandistische Anstrengungen unternommen. Stiftungen, NGOs und Förderprogramme nationaler und internationaler Institutionen, gespeist aus einem nie enden wollenden Finanzfluss, schwören die Völker auf die kommende Zeit ein, die die Verwirklichung alter Träume vom globalen Frieden, vom Reichtum für alle im Einklang mit der Natur und von größtmöglicher Freiheit zur Selbstverwirklichung verspricht. Das wohl prominenteste Gesicht ist der Spekulant und „Philanthrop“ George Soros, dessen „Open Society Foundation“ weltweit Programme zur Förderung von Massenmigration, zur Internationalisierung gesellschaftlicher Prozesse und zur Entmachtung nationaler Regierungen betreibt.

Da ein international agierendes Netzwerk gesichtsloser Superreicher für den Normalbürger geistig schwer fassbar ist, treiben Verschwörungstheorien häufig absurde Blüten, lassen sich aber in ihren Grundthesen auf seriöse Quellen zurück führen. So verkünden die Vereinten Nationen etwa auf ihrer Netzseite das Ziel, eine Welt ohne Armut, Hunger, mit „Geschlechtergerechtigkeit“, weniger „Ungleichheit“ und mit starken „Partnerschaften“ verwirklichen zu wollen. Dort heißt es:

Eine erfolgreiche Agenda für nachhaltige Entwicklung erfordert Partnerschaften zwischen Regierungen, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft. Diese integrativen Partnerschaften, die auf geteilten Prinzipien, Werten und einer gemeinsamen Vision entlang gemeinsamer Ziele basieren, die Menschen und den Planeten in den Mittelpunkt stellen, sind auf globaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene notwendig.“1

Der Linken fällt in diesem Modell die Rolle des nützlichen Idioten zu, der höchst sensibel in jeder Gegenposition eine Gefahr für die Verwirklichung seiner Phantasien verkörpert sieht und im Fall des Scheiterns seiner Utopien auch einen passenden Sündenbock finden wird. Zur Unterdrückung alternativer Zukunftsvorstellungen wird das Wüten der neuen Bolschewisten und Kulturrevolutionäre gebilligt und mit den Krumen, die vom üppig bestellten Tisch der Volkswirtschaften fallen, gefördert. Über Macht verfügt der Mob nur in einem dem Establishment nicht gefährlich werdenden Umfang. Eine solche Gefährdung ist bereits von vornherein ausgeschlossen, da die eigentliche Dominanz, die den nationalen Diskurs prägt, von international agierenden Hintermännern ausgeht, die mithilfe ihrer Strohmänner in den Parlamenten, Verlagen und Rundfunkanstalten die Geschicke im Land lenken. Am Tropf zahlloser Alimentierungen hängend und ohne echte politische Gestaltungsmöglichkeiten, steht und fällt ihre Existenz mit der Akzeptanz jener nebulösen Herrscherkaste.

Das kritische Aufzeigen dieser dubiosen internationalen Verflechtungen gilt als „struktureller Antisemitismus“, der antisemitische Narrative bediene – unabhängig von der ethnischen und religiösen Zugehörigkeit der angeprangerten Gestalten und Institutionen. Das ermüdende Herstellen weiterer Auschwitz-Assoziationen könnte vermuten lassen, dass eine derartige Kritik nicht erwünscht – weil berechtigt – ist.

Differenzen

Die Differenz zwischen beiden Auffassungen besteht in der Rolle, die den Linken dabei zufällt. Im ersten Modell sind sie der treibende Motor, der sich in zahlreichen Positionen des gesellschaftlichen Lebens festgebissen hat und dem System Ressourcen entzieht. Mithilfe des Staates, den sie sich zur Beute gemacht haben, etablierten sie ein umfassendes Kontrollsystem, dessen Macht sich letztendlich jeder Akteur fügt: Die Politik, die auch absurdesten Forderungen im Namen der Hypermoral nachkommt. Die Wirtschaft, die Verträge mit Zulieferern und Werbepartnern auf „öffentlichen“ Druck hin kündigt und Mitarbeiter entlässt. Der Verfassungsschutz, der sich ungeniert linksextremer Quellen bedient, um die Opposition zu diskreditieren. Die Opposition, die Opfer des roten Terrors wird und dadurch häufig gezwungen ist, zurück zu weichen. Der einfache Bürger, der oft unbewusst in vorauseilendem Gehorsam die von der linken Meinungsmafia gesetzten Denkschranken akzeptiert. Linke sind hier der natürliche Feind aller, für die freies Denken einen hohen Stellenwert besitzt und derer, denen ihre kulturelle Identität Halt gibt. Und sie sind auch der Feind der Wirtschaft, die davon lebt, dass ihr Wirken Früchte trägt, die zurecht denen zugute kommen, die sie erarbeitet haben.

Im zweiten Modell ist die Rolle der Linken marginal. Ihr Einfluss ist der einer Schlägertruppe, die Abweichler einschüchtert. Kulturelle Impulse gehen hier nicht von ihr aus, vielmehr kleiden sie die globalistische Agenda ihrer Geldgeber und Einflüsterer in sozial verträgliche Gewänder, um sie mithilfe ihrer vielfältigen Kanäle zur vorherrschenden öffentlichen Meinung zu transformieren.

Je nachdem, welcher Auffassung ein politisch oppositioneller Akteur ist, muss er auch den politischen Gegner entsprechend definieren und seine strategische Ausrichtung modifizieren.

Im ersten Falle gälte es, die kulturelle Hegemonie der Linken anzugreifen, indem ein metapolitisches Vorfeld und eine möglichst umfassende Gegenkultur aufgebaut wird, um Stück für Stück deren gesellschaftliche Monopolstellung auszuhöhlen. Im zweiten Fall wären entsprechende Ansätze zum Scheitern verurteilt, da man sich lediglich an einem Strohmann abarbeitete. Hier lägen Querfrontbestrebungen nahe, die gleichsam die Herzen alter Linker, rechter Sozialisten und Libertärer höher schlagen ließen, da sich eine entsprechende Stoßrichtung „nach oben“ richtete.

1https://unric.org/de/17ziele/

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