Markiert sind wir

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Erschien zuerst am 22.12.2021 auf dem Blog concervo

Du hast mich mit meinem Innersten geschaffen, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast” (Psalm 139:13)

Markiert sind wir – das Volk, der Plebs, das Pack, der Pöbel. Stets konnte sich der Adel entwürdigenden Prozeduren entziehen oder Markierungen wählen, die seinen Status erhöhten statt ihn auf die Ebene eines Tieres, eines Unberührbaren herabzusetzen. Wer sich erhöht, braucht einen anderen, der erniedrigt wird und auf der unteren Stufe – freiwillig oder unfreiwillig – verharrt. Insofern sind die „Höherwertigen” und ihre Privilegien ständig der Bedrohung ausgesetzt, dass die als „minderwertig” Markierten aufbegehren, nach oben streben und so die höheren Stände ihrer Privilegien berauben. Die Herzens- und Charakterbildung scheint Schwankungen in der Menschheitsgeschichte zu unterliegen. Derzeit scheinen wir durch ein Tal der Tränen zu gehen, in dem die Herzen verhärtet und die Menschen in Angst erstarrt sind. So viele scheinen vergessen zu haben, worum es im Leben wirklich geht und haben sich dem spirituellen Materialismus und Mammon- und Götzendienst ergeben. Gesunken sind wir auf die Stufe des Tieres.

„Lotusfüße” als Zeichen der Schönheit

In China erfreute sich vor 1.000 Jahren die Tänzerin Yao Niang so zierlicher Füße, dass alle Männer ihr ergeben waren. Diese Füße gewährten ihr den Zugang zu den Innenräumen des Kaisers Li Houzhou. Sie wurde seine Konkubine und tanzte mit ihren eng bandagierten Füßen auf einer eigens für sie erbauten Bühne in Form einer Lotusblüte. Fortan galten kleine „Lotusfüße“ für Frauen als Eintrittskarte in eine Ehe mit einem wohlhabenden Ehemann, für den die verkrüppelten Füße wiederum ein Garant für die Abhängigkeit seiner Gattin waren. Denn die Frau konnte mit den verstümmelten Füßen nur wenige Meter gehen und benötigte deshalb zum Verlassen des Hauses stets eine Sänfte. Zu ihrem Besten bandagierten chinesische Mütter ihren Töchtern jahrhundertelang ab dem 7. Lebensjahr die Füße und zwangen sie, solange mit den umgebogenen Zehen zu laufen, bis diese brachen. Der Lohn für die Qualen war die spätere Versorgung durch den Ehemann. Frauen mit unbandagierten Füßen wurden von den Männern geächtet und von der Gesellschaft ausgeschlossen. Diese Tradition eines rundum versorgten Lebens im goldenen Käfig und der Einhegung der Frau in das Haus wurde erst 1949 unter Mao Zedong verboten.

Diese Tradition eines rundum versorgten Lebens in goldenen Käfig und der Einhegung der Frau in das Haus wurde erst 1949 unter Mao Zedong verboten.

Rassentrennung als Zeichen der Höherwertigkeit

Bis in die 1960er Jahre galt die Rassentrennung in den USA. Die ursprünglich als Sklaven verschleppten Afroamerikaner hatten keinen Zutritt zu Toiletten, Schulen, Restaurants und Theatern, die Weißen vorbehalten waren. Weiße und Schwarze mußten unter Androhung von Strafen an unterschiedlichen Trinkbrunnen ihren Durst stillen.

1963 lehnten sich 30 schwarze Teenagerinnen in Leesburg, Georgia, gegen die Apartheid auf. Sie marschierten von ihrer Kirche zu einem Kino und versuchten, am Haupteingang Tickets zu lösen, obgleich dieses Privileg Weißen vorbehalten war. Schwarze mussten den Hintereingang in einer dunklen Gasse nutzen. Weil die Mädchen – einige von ihnen waren erst 12 Jahre alt –versucht hatten, sich den Weißen gleichzustellen, wurden sie 20 Meilen von ihren Eltern entfernt in eine befestigte Palisade verschleppt und dort 45 Tage lang festgehalten. Es gab keine sanitären Anlagen. Sie mußten auf dem Betonfußboden schlafen und erhielten von den Wärtern halbgare Hamburger, bis ihre Eltern sie endlich fanden und befreien konnten.

Die Mädchen von Leesburg in der Palisade (1963). Dragonsingreed, CC BY-SA 4.0

In Bussen mußten Schwarze damals hinten sitzen und ihren Sitzplatz für Weiße räumen. Rosa Parks weigerte sich 1955 als erste, ihren Sitzplatz in einem Bus für einen Weißen zu räumen, was die späteren Rassenunruhen einläutete, die dann mit „Black Lives Matter” einen unrühmlichen Höhepunkt erreichen sollten. Heute streben viele Schwarze nach „Vergeltung” für die erlittenen Demütigungen und versuchen nun ihrerseits, die Weißen zu degradieren. Jedoch: Wird dadurch unser aller Leben auf Erden besser?

Das Kopftuch als Zeichen der Keuschheit

Im Orient diente ab dem 7. Jahrhundert das Kopftuch als Markierung, „…um den sozialen Rang der muslimischen Frau als freie Frau – im Gegensatz zur Sklavin – zu markieren und die freie Frau so vor sexueller Belästigung zu schützen, in einer Zeit da kriegerische Auseinandersetzungen und Unsicherheit herrschten… In einer Gesellschaft, wo es später keine Sklaverei mehr gab und Frieden herrschte, verlor das Kopftuch seine Bedeutung”, so Saïda Keller-Messahli. Seine unrühmliche Renaissance erlebte das Kopftuch spätestens 1979, als Ayatollah Chomeini verkündete, dass sich Frauen zu verschleiern hätten und nicht „nackt” zur Arbeit gehen dürften. Statt einer Rassentrennung wie in den USA wurde im Iran in der Folge eine Geschlechtertrennung in Bussen, Schulen und Parks eingeführt; Frauen mussten sich der islamischen Kleiderordnung unterwerfen, Lippenstift wurde mit Glasscherben von den Mündern gekratzt und die korrekte weibliche Verhüllung von Religionspolizisten überprüft.

Zur Wahrung der Familienehre und zur Sicherung einer guten Partie werden die Töchter ab dem 7. Lebensjahr in weiten Teilen der islamischen Welt von ihren Müttern dazu gezwungen, ihr Haar und ihre Haut zu verhüllen. Statt vor „Übergriffen“ zu schützen, fordert die Verhüllung jedoch die Kontrollsucht und sexuelle Übergriffe der Männer geradezu heraus. Im Iran dürfen wildfremde Männer Frauen und Mädchen ungestraft als „Hure” beschimpfen, sie betatschen und zwicken. An zahlreichen Kontrollpunkten prüft die Sittenpolizei den Sitz des Kopftuchs – und prügelt bei Nichtgefallen willkürlich auf die Frauen ein.

Freies Haar als Zeichen der Opposition

Das Kopftuch ist von „sittlichen“ muslimischen Frauen im islamisierten, öffentlichen Raum zu tragen und markiert ihre Unterwerfung unter das totalitäre System des Islam. Frauen hingegen, die durch „sündhaftes Auftreten” Haut und Haar zeigen, gelten als ehrlos und können mit bis zu 74 Peitschenhieben oder 60 Tagen Gefängnis bestraft werden.

Wie bei allen Markierungen geht es auch hier letztlich um Dressur und Gehorsam: „Das Kopftuch steht für die Kontrolle der weiblichen Sexualität. Der Zwang zum Kopftuch war ein zentrales politisches Symbol des Regimes der Islamisten, wie eine Uniform. Es geht ihnen nicht um Glauben oder Unglauben, sondern darum zu zeigen, dass es keine Opposition mehr gibt”, führte die Hochschulprofessorin Haideh Daraghi 2019 in „Bild“ aus.

Beschneidung von Jungs als Zeichen der religiösen Zugehörigkeit

Neben den unmittelbar erkennbaren Markierungen gibt es auch „unsichtbare” Stigmata, die jedoch nicht minder effektiv sind: Am achten Tag nach der Geburt soll im Judentum ein männlicher Säugling im Ritual Brit Mila beschnitten werden, was als Eintritt in den Bund mit Gott und Bekenntnis zum Judentum angesehen wird. Auch im Islam werden die Söhne bis zum Alter von 13 Jahren als Zeichen der Religionszugehörigkeit beschnitten. Basierend auf zahlreichen Forschungen scheint der eigentliche Grund der Beschneidung im Gruppenzwang zu liegen, der von der Verwandtschaft ausgeübt wird. Die Vorhaut wird bis in die Gegenwart häufig ohne Betäubung entfernt. Der Säugling leidet stark unter diesem körperlichen Schmerz – der nach einigen Quellen der eigentliche Zweck der Vorhautentfernung sein soll und den kleinen Menschen nur wenige Tage nach ihrer Geburt seelisch und körperlich traumatisierten soll. Überdies wird mit der Amputation der Vorhaut der empfindsamste Teil des Penis entfernt.

Zahlreiche ohne jede medizinische Indikation beschnittene Männer erklärten in Studien, dass sie sich bis heute „kastriert”, „wütend” und „ohnmächtig” fühlten. Die Beschneidung als solche hat keinen medizinischen Nutzen; dennoch wird das seelische und psychosexuelle Trauma der Markierung durch Amputation typischerweise von beschnittenen Vätern an ihre Söhne weitergegeben. Weltweit sollen nach Schätzungen der WHO 30 Prozent der muslimischen und jüdischen Männer – rund 650 Millionen – beschnitten sein. Welche Folgen mag die traumatisierende Beschneidung, die Verstümmelung der intimsten Körperstelle von Millionen Juden und Moslems wohl auf die Gesellschaft haben?

Beschneidung von Mädchen als Zeichen der Heiratsfähigkeit

Traditionell werden in Afrika auch Mädchen nach der Geburt oder bei Eintritt in die Pubertät von einer Beschneiderin genital verstümmelt. Je nach Prozedur werden dabei die Klitoris und die äußeren Schamlippen ohne Narkose abgeschnitten. Danach wird die Wunde – bis auf eine winzige Öffnung für Urin und Menstruationsblut – zugenäht. In vielen Fällen werden dem Mädchen während der Heilung die Oberschenkel zusammengebunden, was eitrige Entzündungen verursacht. Die Mütter zwingen ihren Töchtern diese Prozedur auf, weil sie nur als „zugenähte Frau” verheiratet werden und so zu Wohlstand gelangen können. Darüber hinaus werden sie durch die Beschneidung entwürdigt und ihrer eigentlichen Aufgabe zugeführt: Der sexuellen Befriedigung des Ehemannes.

Die psychologische Tortur der Mädchen und Frauen ist ebenfalls enorm. Sie werden als Personen erniedrigt und zu einer niedrigeren Klasse Mensch herabgestuft. Das ist übrigens auch der Hauptgrund für FGM (Female Genital Mutilation / Genitalverstümmelung): Frauen werden dadurch als weniger wertvoll als Männer “gekennzeichnet”. Das fällt auch auf, wenn man sich die Gemeinden ansieht, in denen FGM praktiziert wird: Die Frauen werden als weniger wertvoll als die Männer angesehen”, so Professor Guyo Jaldesa.

Terre des Femmes schätzte 2017, dass es in Europa inzwischen rund eine halbe Million Opfer der Genitalverstümmelung gibt, Tendenz steigend; die meisten davon leben in Frankreich. Beschnittene Mädchen leiden ihr Leben lang unter der sexuellen, körperlichen und seelischen Traumatisierung. Gerade deshalb sind sie „begehrte Bräute“, da sie wegen des Traumas fügsamer und lenkbarer als unbeschnittene Frauen sein sollen. Unbeschnittene Frauen finden innerhalb ihrer kulturellen Milieus häufig keinen Mann und werden ausgegrenzt. Dies ist jedoch nicht so sehr auf die Männer, sondern eher auf die soziale Kontrolle der gleichermaßen traumatisierten Mütter zurückzuführen.

Die Maske als Zeichen der Solidarität

Auch im vermeintlich freien Westen hat man die Stigmatisierung durch Markierungen wiederentdeckt. Seit März 2020 werden die Menschen weltweit dazu gezwungen, ihr Gesicht mit einer Maske zu bedecken. Dies soll dem Schutz anderer dienen. Selbst auf den schmalen Schultern der Kinder lastet die übergroße Verantwortung für die Gesundheit der Nation. Aufgezwungen werden ihnen diese Masken in der Mehrheit durch Mütter, damit ihr Kind in die Schule gehen und seinen Abschluss machen kann. Mehrheitlich sind es Lehrerinnen, die das Tragen der Maske unerbitterlich als Zeichen der Fürsorge von den Kindern einfordern.

In einem Interview erklärt eine Lehrerin, wie zwischen Kindern unterschieden wird: Geimpfte bekommen nach einem negativen Test einen goldenen Stern, Ungeimpfte weiter nur den grünen Sticker. Unser Direktor hält diese Diskriminierung für völlig in Ordnung, „man müsse ja schließlich unterscheiden können“. Fast alle finden es gut, dass man gleich sehen kann, wer „die Guten“ sind. Fast keiner hat ein Problem damit, andere und in dem Fall sogar Kinder und Jugendliche öffentlich an den „Ungeimpften-Pranger“ zu stellen.

Nicht einmal die regelmäßige Spritzung erlöst uns von der Maske. Aber wir spritzen und drangsalieren weiter und setzen uns und unsere Kinder dieser neuen Form der Knechtschaft aus, damit wir „frei” sein können. Frei sein. Was bedeutet Freiheit heute? Die Freiheit, einzukaufen? Die Freiheit, Essen zu gehen? Die Freiheit, eine ideologisierte Schule zu besuchen oder einer entfremdeten Arbeit nachzugehen? Um welcher Freiheit willen lassen wir uns da eigentlich spritzen?

Wie wollen wir leben?

Markierungen haben seit jeher Herren von Sklaven unterschieden. Fotografien von Parteitagen und Gipfeltreffen der Mächtigen zeigen uns, wer sich heute als Herrscher sieht (und deshalb meint, keine Maske tragen zu müssen): Die Machthaber dürfen frei atmen, alle anderen müssen sich dem permanenten Gefühl der Atemnot ergeben. Uns wurden mithin Markierungen und Prozeduren mit den entwürdigendsten Folgen überhaupt auferlegt: Die Drosselung der Luftzufuhr, der Verlust unseres Gesichts und das Aufzwingen einer Spritzung mit einer fragwürdigen experimentellen Flüssigkeit.

Was macht eine Markierung mit den Menschen? Wie wirkt sich eine Beschneidung aus? Wie fühlt sich eine verhüllte Frau mit eingeschränktem Sichtfeld? Wie ergeht es einem Kellner, der stundenlang maskiert seine maskenlosen Gäste bedienen muss? 

Unsere Lebensenergie, Kreativität und Schöpfungskraft werden durch die beständige Anstrengung, das aufgezwungene Trauma zu bewältigen, gebunden. Diese Lebenskraft geht uns und der Gesellschaft für die Schaffung eines Lebens in Fülle verloren. Unser Lebenslicht wird gedimmt. Ja, man hat das Gefühl, es soll ausgelöscht werden.

Wollen wir tatsächlich so leben – mit Markierungen, Zeichen, Verletzungen, Maskierungen? Mit aufgerissenen Augen, in denen das Entsetzen steht? Wie wollen wir miteinander reden, wenn wir das schöne Gesicht unseres Gegenübers nicht mehr sehen? Wohin soll all dies noch hinführen?

Ich sehe erstarrte Gesichter, geweitete Augen, Versteinerung und Trauer. Ich sehe Angst vor dem Tod und Angst vor dem Leben.

Ich sehe unglückliche und einsame Menschen, dressierte Kinder und verhärtete Eltern. Ich sehe seelisches Leid, das täglich wächst und Beziehungen, die nach Jahrzehnten zerbrechen. Und ich denke: Das kann, das darf so nicht weitergehen. Und ich sehe: Es werden immer mehr, die eines morgens aufwachen und sich umsehen und sagen: „Was ist hier eigentlich passiert? Wie konnte es nur so weit kommen?“ Und aus ihrer Seele steigt die Erkenntnis empor – und einmal da, gibt es auch kein Zurück – und sie verkünden: „Es ist genug. Genug ist genug.“

Es ist genug. Es geht um unser Leben. Wir sind Menschen und keine Tiere. Wir sind das Licht der Welt und niemand, niemand darf uns unser Licht nehmen. Oder, wie Oscar Lafontaine in seiner wunderbaren Rede am 29.11.2021 sagte: „Wir sind alle Gottes Kinder.“

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf dem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. (Matthäus 5, 13-16)

Folge uns Maria Schneider:

Maria Schneider ist freie Autorin und Essayistin. In ihren Essays beschreibt sie die deutsche Gesellschaft, die sich seit der Grenzöffnung 2015 in atemberaubendem Tempo verändert. Darüber hinaus verfasst sie Reiseberichte. Kontakt: Maria_Schneider@mailbox.org

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2 Antworten

  1. Keine Macht den Lebensgeilen

    Es wurden keine „Afroamerikaner“ verschleppt, sondern Schwarzafrikaner wurden von den eigenen Leuten an den Küsten verkauft. Denn die Europäer sind erst im 19. Jhdt. ins Herz Schwarzafrikas vorgedrungen. Größtenteils wurden dort wohl Kriminelle, Psychopathen und andere wenig gemochte Zeitgenossen zum Handel freigegeben. Daß die Familie nach Abschaffung der Jim-Crow-Gesetze gelitten hat, ist bekannt. Mehr als neunzig Prozent der Afro-Amerikanischen Kinder wachsen ohne Vater auf. Zumindest die „sexuelle Revolution“ — eher „Aufstand der Schamlosen“, wie George Huntemann diesen Dreck nannte — hat unserem Leben die Ordnung genommen. Die Schwarzen, die ohnehin sehr liederlich und promiskuitiv lebten und leben, umso mehr (Wilt Chamberlain hatte 20,000 Frauen; ein Armutszeugnis).

    Wir sind auch nicht alle das Licht der Welt, das sagt der Herr über die Gläubigen. Kommt Ted Bundy ins Himmelreich? Nein, nur wer an den Herrn glaubt und Seine Gebote befolgt. Ted Bundy muß man jedoch nicht einmal bemühen, ich sehe hier eher wenig Glauben. Da gibt es in Afrika und Asien wohl mehr Christen.

    Den Vers, der Anfangs zitiert wurde, lehne ich ab; genauso gut könnte ich Hiobs Klagen des dritten Kapitels oder Jeremia 20:14-18 zitieren, da ich mein Leben haße und froh sein werde, wenn ich tot bin. Wir sollens Leben ja auch haßen, wie Christus lehrt. Kierkegaard hat bekanntlich sein Leben gehaßt; ich bin ihm geistig natürlich unterlegen, leider aber auch an Gemütsrkankheiten und bin bucklig. Ein Haufen Gen-Schrott. Wäre ich gefragt worden, hätte ich meine Existenz abgelehnt. Es genügt nicht, gegen Abtreibung zu sein, man muß besonders die Ehe verteidigen und vor- wie außerehelichen Geschlechtsverkehr ablehnen, unter Strafe stellen. Bis in die 70er Jahre gab es Zuchthausstrafen auf Kuppelei, wie Prof. Schachtschneider im Nachwort zu Jost Bauchs „Abscheid von Deutschland“ schreibt. War auch weitaus, weitaus besser so, dann hätte ein buckliger Haufen Gen-Müll wie mein Vater mich nie zeugen können.

    Die Lebensgeilheit ist abstoßend, nicht einmal in der Sezession darf man die Eugenik verteidigen. Wo ist hier also geistige Freiheit? Ich zitiere den katholischen Reaktionär Nicolás Gómez Dávila:

    „Die Eugenik entsetzt diejenigen, die deren Urteil fürchten.“

    „Kein Nutznießer von Sklaven ist Befürworter der Geburtenkontrolle.“

    „Das Problem ist nicht die sexuelle Unterdrückung, noch die sexuelle Befreiung, sondern der Sexus.“

  2. Keine Macht den Lebensgeilen

    Davon abgesehen hat Gott die Beschneidung selbst im AT geboten, wenn auch Christus dies nicht mehr verlangt. Ich halte das Traumatisierungsgeschwafel für Unsinn. Mich traumatisierte, daß ich durch einen plumpen Trieb, ja durch die Ausscheidungsorgane in dieses Irrenhaus geworfen wurde. Außerhalb der Ehe! in der reinen Brunst! Und was zieht uns an? Rohe, plumpe Äußerlichkeiten, auf die man meist keinen Einfluß hat.

    Wäre ich nicht gläubiger Christ, ich erhängte mich ganz so wie Philipp Mainländer.

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